…fragte mich die Schwester in der Notaufnahme, als Sie den Behandlungsraum kurz verließ. Das sagte mir, dass wir bis dahin alles richtig gemacht hatten.
Ca. eine Stunde zuvor gab es bei uns in der Küche einen schweren Unfall. Der Baron bekam einen Schwall heißes Wasser an seine Füsse, nachdem ich mich heftigst geschnitten hatte und etwas panisch wurde, da mehr Blut floss, als ich erwartet. Wir versuchten die Füsse des Barons mit fliessendem Wasser zu kühlen, Quarkwickel und nasse Handtücher, Globuli… Das ganze Programm. Allerdings war der Kleine so aufgelöst von den Schmerzen, dass er kaum still alles über sich ergehen lassen konnte.
Wir entschlossen uns ins Krankenhaus zu fahren und zwar in die etwas weiter entfernte Uniklinik. Etwas weiter bedeutet eine ca. 10 Minuten längere Fahrt als das nächte Kinderkrankenhaus, was, das wissen wir jetzt, eine gute Entscheidung war.
Während der Fahrt weinte der Kleine bitterlich und ich versuchte die verbrühten Hautstellen weiter mit kühlenden Handtücher zu versorgen.
Unterwegs fiel mir eiskalt ein, dass wir weder die Krankenkassenkarte noch 10Euro dabei hatten. Ich bekam zweifel, ob wir überhaupt in der Notfallaufnahme angenommen werden. Ich meine, sie schicken uns doch nicht wieder nach Hause, oder? (was für Gedanken???) Somit aktivierte ich noch während der Fahrt eine Freundin, die in der Nähe der Klinik wohnt und bat sie, uns noch schnell 10Euro vorbeizubringen.
Nach gefühlten Stunden kamen wir in der Notfallaufnahme an.
Ab da ging alles wahnsinnig schnell. Während ich statt 10Euro und Versicherungskarte einen ganz kleinen Minizettel ausfüllte, wurden der Ehemann zusammen mit dem wimmernden Baron sehr schnell in ein Behandlungszimmer gebracht. Innerhalb kürzester Zeit lag der Kleine auf dem Behandlungstisch, wurde professionell gekühlt und bekam die ersten Schmerzmittel.
Auch meine Schnittwunde bekam eine Erstversorgung, da ich bis zu dem Zeitpunkt immer noch mit einem Küchentuchwickel herum
Innerhalb von 10 Minuten war nicht nur ein Arzt anwesend sondern auch ein Spezialist für Verbrennungen. Das ist der Vorteil solch einer Uniklinik. Der Baron wurde in eine Art seichte Narkose gelegt um danach mit Feuchtverbänden versorgt zu werden. Um den Verbrennungsgrad und die Ausmaße der Verbrennungen auf der Haut genauer bestimmen zu können, wurden spezielle Fotos gemacht.
Der Baron fing wieder an bekannte und ruhige Laute von sich zu geben. Zeigte auf den Teddybären auf der OP-Tisch-Lampe und gab auch mal ein leichtes Lächeln in sein Gesicht. Wir atmeten wieder ein wenig durch, beruhigten uns.
Vom Arzt bekamen wir dann die Information, dass der Kleine über Nacht zur Beobachtung bleiben müsse und dann geschaut wird, wie es weitergeht.
Während unser kleiner Baron langsam wieder Normalzustand zeigte, wurden wir auf die Station „Kinderchirurgie“ in unser Zimmer gebracht.
Der Ehemann musste den Baron noch bis 0Uhr bespaßen, erst dann wollte er schlafen. Nach der Aufregung sehr verständlich. Ich erreichte das Krankenhaus erst wieder viertel nach 1, da ich noch nach Hause fuhr, um uns mit dem Notwendigsten zu versorgen.
Der Baron schlief tief und fest, als der Ehemann und ich noch von den Schwestern der Station mit „Abendbrot“ versorgt wurden.
Eine große Herausforderung in der Nacht: Der Baron musste am nächsten Morgen nüchtern sein, da ggf. noch einmal die Verbände gewechselt werden sollten und somit durfte er während der Nacht bis zum Verbandswechsel keine Milch mehr trinken. 🙁
Der Baron angekuschelt an den Ehemann im Elternbett und ich nachdenklich auf dem Boden liegend…
Unsere erste Nacht mit dem Kleinen im Krankenhaus.



