Tragende Rolle

Während der Baron auf der gestrigen Hochzeitsfeier wieder mit seinem Fulda-Racing-Car glänzte, habe ich mir die Hochzeitsgesellschaft mal genauer angeschaut.

Mir fiel auf, dass erstaunlich viele Eltern mit ihren frisch-geworfenen Kindern dabei waren. Die Babies, zum Größtenteil noch unter 3 Monaten, wurden ruhig und zufrieden, meist von Papa, mit dem Babyrucksack durch die Hochzeitsfeier getragen. Während die Babies selig dabei schliefen, schauten sich Papa und Mama das lustige Treiben der Hochzeitsgäste an, stellten sich an das Buffet an, aßen in Ruhe, gingen Spazieren.

War das schon immer so?

Gerade hatte ich noch die Worte einer Freundin im Kopf, die ihre Hochzeit plante und sehr genervt darauf reagiert, dass wir auch vorhaben, den kleinen Baron mitzubringrn. Sie wolle ja feiern bis in die Puppen und wenn alle ihre Kinder mitbringen würden, dann wäre das ganze Fest schon um 23Uhr zu Ende. Die Freundin hat übringens noch keine Kinder.

Die gestrige Hochzeitsfeier war für mich ein echter Gewinn, weil es mir gezeigt hat, dass sehr wohl auch Kinder zu solchen Feiern dazugehören. Die Erwachsenen unterhalten sich, essen und tanzen und die Kinder toben dazwischen herum. Das Brautpaar freut sich, dass alle gekommen sind (und keiner wegen des Babies zu Hause bleiben musste), auch wenn der Großteil der Gäste gegen 23Uhr das Fest verlässt.

Da lobe ich mir auch die Festlichkeiten in Skandinavien, wie z.B. das Midsommerfest. Hier wird die ganze Familie eingeladen, jeder feiert mit, jeder darf dabei sein.

Manchmal haben wir hier in Deutschland wirklich noch ganz viel in Sachen Kinder zu arbeiten. Das gestrige Hochzeitsfest war dafür ein Paradebeispiel, wie wir es besser machen können.

 

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2 Antworten zu Tragende Rolle

  1. Gast sagt:

    jeder sollte seine feier so feiern dürfen wie derjenige es sich wünscht !!!!! das nennt man tolleranz ,ob mit oder ohne kinder… ich habe selbst ein kind und nehme es sehr gerne mit aber überlasse es bei der ein oder anderen feierlichkeit auch gerne in der obhut meiner eltern etc. außerdem gibt es ein afrikanisches sprichwort : um ein kind zu erziehen benötigt man ein ganzes dorf ! 

    • Diana77 sagt:

      Hallo lieber Gast,

      ich freue mich sehr über deinen Beitrag.

      Natürlich darf jeder seine Feier so gestalten, wie er es möchte. Nur so kann derjendige am Ende eines so tollen Tages sagen, dass es ein bedeutender und erinnerungswürdiger Tag im Leben war.
      Auch ich bin für Toleranz und somit für Meinungsfreiheit und Respekt anderer Meinungen und Einstellungen, welches zum Glück hier in Deutschland als Grundrecht verankert ist. So kann ich nämlich meine Meinung hier in diesem Blog kundtun und andere Meinungen, wie zum Beispiel deine, miteinbeziehen und darüber nachdenken.

      Und wenn beide die Meinung des anderen tolerieren, dann bringt das ganz tolle Synergien.

      Schön finde ich, dass du die Möglichkeit hast, dein Kind für einige Stunden bei deinen Eltern abzugeben. Das gibt dir Kraft und neue Energien, lässt dich die Zeit geniessen und entspannen.
      Ich weiss wie es ist, wenn man 24h Mama ist. Auszeit ist goldwert!

      Der Baron und auch ich waren zu der Zeit sehr unentspannt bei Trennungen und viele Termine wurden vorzeitig deswegen abgebrochen. So kam ich zum Schluss, dass mein Kind einfach solange IMMER mit mir geht, bis die Situation entspannter wird und wir damit gut umgehen können. DAS hat mich enstpannt. Macht man in Afrika übrigens auch so. Das Kind ist immer und überall mit dabei und wird von allen toleriert.

      Dein letzter Satz, aus eben diesem Land, ist nicht nur wahr sondern auch zwingend notwendig. Denn Kinder brauchen Eindrücke, Erfahrungen und andere Bezugspersonen im Leben, damit sie selber wachsen können. Dieses Sprichwort aus Afrika funktioniert hier im Westen leider sehr selten, was auch immer wieder in den Medien auftaucht. Wir pendeln zwischen Familie und Karriere, dadurch wohnt der Rest der Verwandtschaft häufig sehr weit weg. Betreuungsplätze, die das ersetzen könnten, sind teuer und rar. Eine ganz schwierige Situation für viele Familien.

      Da setzt dann jeder seine eigenen Prioritäten, die mit dem Machbaren möglich gemacht werden können und freut sich, wenn das von seinem Umfeld nicht nur toleriert sondern auch respektiert wird!

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