Der Baron war und ist uns meist ein weites Stück vorraus.
Sei es seine Schlafgewohnheiten, die er uns beigebracht hat, nämlich NUR bei uns im Bett zu schlafen, Tag und Nacht, die uns nach schon 8 Wochen ein ruhiges und fasst-durchschlafendes Kind gebracht haben.
Oder die Abneigung gegenüber Schnuller und die Vorliebe für kleine Mama- und Papafinger zum Saugen in den ersten Monaten, wo wir dachten, dass wir noch mit 2 oder 3 Jahren mit dem Finger an ihm kleben müssen, wenn wir ihn beruhigen wollen. Nein, der Baron braucht zwischenzeitlich weder Schnuller noch unseren Finger zum beruhigen. Er fand seinen Daumen und der wird, wenn überhaupt, nur noch zum Einschlafen genutzt. Ansonsten selbstständig „saug-frei“ 🙂 geworden.
Oder sein Lieblingsgetränk, welches er noch immer ca. 1 Liter pro Tag bekommt: Die Muttermilch. Er weiss, was für ihn gut ist und findet im Frischgezapften noch immer alles Wichtige und Notwendige. Pre-Nahrung und andere Ersatzmilch lehnt er großzügig ab.
Und so kam es, dass wir auch in Sachen Breikost dem Baron nachgegeben haben. Er wollte den pürierten Mix aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse einfach nicht. Wie „unsere“ Ernährungsspezialisten empfehlen, versuchten wir die Einführung der pürierten Lebensmittel mit ca. einem halben Jahr. Versuchten, probierten, boten an und testeten. Nichts zu machen! Bis wir ihm eines Tages, aus lauter Verzweiflung, einfach einen Pommes in die Hand drückten… und… er aß ihn. Ab diesem Zeitpunkt boten wir ihm immer weniger Brei und immer mehr feste Nahrung an. Immer das, was wir auch gerade aßen und dies kam beim Baron meist sehr gut an.
Erst jetzt habe ich von meiner Stillberaterin ein Buch empfohlen bekommen, welches genau das beschreibt: nämlich, dass Babies keinen Brei brauchen, sondern ruhig mit 6 Monaten „vom Tischen“ essen sollen. Das Buch heisst „Baby-led Weaning“ (ist nur in Englisch erhältlich) und beschreibt die Einführung fester Nahrung ab ca. 6 Monaten. Eine informative Kurz-Beschreibung in Deutsch über Baby-led Weaning ist hier zu finden.
Sicher ist das Verhalten, dass Babies Interesse und Neugierde an dem Essen von Mama und Papa haben, nichts Neues. Wird in der heutigen Zeit allerdings häufig nicht gemacht, da der „Kampf“ mit den Breien ab ca 6 Monaten aufgenommen wird und erst mit 12-14 Monaten mühselig feste Nahrung eingeführt wird.
Baby-led Weaning befürwortet übrigens das Einführen der festen Nahrung ab 6 Monaten und nicht schon ab 4 Monaten, wie vielerorts heute schon zu lesen und empfohlen wird. Dafür gibt es den zusätzlichen Vermerk, dass Muttermilch (alt. Folgemilch) noch mindesten bis zu einem 1 Jahr die Hauptnahrungsquelle für Babies ist und bleiben sollte, da sich das Kind hier die notwendigen Nährstoffe holt. Erst danach gibt es einen allmählichen Rückgang des Bedarfs an Muttermilch bzw Folgemilch. Aber jedes Kind ist anders und jedes wird es selber steuern. So kann es sogar dazu kommen, dass Kinder bis zum zweiten Lebensjahr die Muttermilch möchten und brauchen.
Also wieder einmal etwas vom kleinen Baron gelernt und das Vertrauen gestärkt, dass er einfach für sich selber entscheiden kann, was für ihn das Beste ist.
Zu dem Hauptbuch gibt es ein Kochbuch, welches ich mir parallel dazu angeschafft habe und hier aufgeschlagen neben mir liegt. In der Kategorie „Lekka Essen“ werde ich euch in nächster Zeit einige Rezepte präsentieren, die nach dem Prinzip „Baby-led Weaning“ funktionieren und wir natürlich selber ausprobiert haben. 🙂
Dies dann mit entsprechender Kritik vom Chefkoch Baron persönlich. 😉


