Eine Ära geht zu Ende

Schweren Herzens war es pünktlich zum 15. Monatsgeburtstag soweit:

Der Baron bekam das letzte Mal das Frischgezapfte!

Schon viele Tage vorher war mir bewusst, dass wir auf das Ende der Muttermilchversorgung zusteuern. Der Kleine trank fleissig tagsüber Wasser und nahm Abends vor dem Schlafengehen eine Flasche Vollmilch zu sich. Problemlos!

Morgens hab ich es mir nicht nehmen lassen, ihn dann noch mit einer winzigen Portion Muttermilch zu versorgen. Ein Minimum, wenn man die komplette Flüssigkeitsmenge des Kleinen über den Tag verteilt sieht.

Als ich dann an dem besagten Morgen sah, dass er Vollmilch, Wasser und Muttermilch hintereinander wegtrank, ohne einen Unterschied dabei zu machen, war für mich klar, dass er das Frischgezapfte nicht mehr braucht. Der Aufwand für ein bisschen MuMi ist eindeutig zu groß gewesen, um weiterzumachen.

Tränen flossen in Bächen an meinemGesicht herunter, als ich ihm das letzte Mal die Flasche Muttermilch hielt, da ich wusste, dass er nie wieder den Geschmack der süßen Milch bekommen wird. Sicher wird es ihn nicht ansatzweise so beschäftigt haben wie mich, was auch gut so ist.

Knapp 6 kg Körpergewicht hat der Baron allein durch die Muttermilch nach der Geburt dazubekommen. In Hochphasen hat er 1,5 Liter pro Tag davon getrunken. Wir haben Hautprobleme damit behoben, die verschnupfte Nase damit frei bekommen und den ein oder anderen Plantschtag in der Badewanne mit Muttermilch veredelt. In Krankenzeiten, gerade bei Magen-Darm-Infektionen, konnte er uneingeschränkt die gute MuMi bekommen.

Sie war uns ein sehr guter Begleiter, flexibel und immer da.

Auch wenn die 15 Monate Abpumpen für mich mit viel Stress, Druck und Schlafmangel  begleitet waren, die zeitliche Einschränkung im ersten halben Jahr dramatisch war, mein Körper mir schon vor vielen Monaten gesagt hat, dass nichts mehr geht und der Baron häufig unersättlich war, werde ich dieses Opfer für jedes meiner Kinder wieder bringen.

Ich wünsche mir allerdings, dass meine Kinder, die nach dem Baron geboren werden, mit dem Vollprogramm „Stillen“ versorgt werden konnen.

Nachdem sich in einigen Tagen meine Trauer über den Abschied der kostbarsten Flüssigkeit der Welt gelegt hat, werde ich dann auch endlich meine neue Freiheit geniessen können. Schon jetzt merke ich, wie der Tag entspannter abläuft. Ich packe den Baron ein und wir fahren einfach drauf los. Abends gibt es wieder freie Zeit, Schlaf wird nachgeholt und der Baron profitiert nun von einer energiereichen und spontanen Mama.

Eine Ära geht zu Ende, eine Neue beginnt!

Auf Wiedersehen Muttermilch, bis zum nächsten Mal!

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