Ich wollte aussteigen

Den nächsten Schub vom Baron mach ich molkereitechnisch nicht mehr mit, hab ich noch vor ein paar Wochen zum Ehemann gesagt. Die sechs Stunden Abstand zwischen den einzelnen Lounge-Aufenthalten waren sehr angenehm und ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich wieder auf kürzere Abstände zurückgehe. Zumal das Schlafbedürfnis schon bei 6 Stunden sehr groß war.

Nun bin ich seit 4 Tagen mitten drin, im nächsten Schub vom Baron. Der möchte nämlich mit seinen 10kg etwas mehr haben als nur läppische 1-1,2l feinstes Molkereiprodukt von Mama. Und da er sich noch strikt weigert, Brei zu sich zu nehmen, hängt nun alles an mir, der Molkereioberbetriebsleiterin.

Ich bin zwischenzeitlich dabei, wieder alle 2 Stunden abzupumpen. Tag und Nacht. Mit sehr zaghaften Erfolg. Die letzten 2 Nächte mussten wir sogar komplett kapitulieren und konnten dem Baron Pre-Nahrung im Halbschlaf unterjubeln. Tagsüber wollte er nämlich auch das nicht. Er ist eben Gourmet und will nicht auf sein Frischgezapftes verzichten.

Jetzt wird es Zeit für Brei. Mit Druck wirds nur gar nichts. Also Durchhaltevermögen und viiiiel Geduld. Schmackhaft versuchen wir es seit ein paar Tagen mit Kartoffel und Fleisch zu machen. Auch mit eher wenig Erfolg.

Und ich wollte doch so langsam aussteigen, aus dem Molkereigeschäft!

PS: Für Tips, wie man einem Breiverweigerei auf nette Art und Weise dazubringen kann, endlich feste Nahrung zu sich zu nehmen, bin ich sehr erfreut.

Dieser Beitrag wurde unter Der Baron, lekka essen, MuMi veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Ich wollte aussteigen

  1. Ch Emmer sagt:

    Mittags bekommt Nina jetzt (nach ca. 3 Wochen reinem Gemüsegläschen) Gemüse mit Kartoffeln, aber nur so viel, dass sie danach auch noch ca. 100ml Milch trinkt.
    Außerdem machen wir unserer Maus seit ca. 4 Tagen abends einen Reisbrei mit einigen Löffelchen Birne drin und danach kriegt sie auch hier noch etwas Milch. Durch die Birne schmeckt der Brei ganz leckert und wird schnell verputzt.

    • Diana sagt:

      Da habt ihr Glück, dass es bei Nina fasst bilderbuchmäßig abläuft. So dachte ich es am Anfang auch (vor ca. 8 Wochen). Aber der Baron hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir haben alles versucht: Glässchen, selbstgekocht, mit Obst, ohne Obst, nur Obst, mit Lätzchen, ohne Lätzchen, sitzend, liegend, stehend, mit Fingern, mit Händen, mit Löffeln, mittags, abends, zwischendurch, warm, kalt, lauwarm, satt und hungrig, von Papa, von Mama, von Onkel! NEEEEINNN! Er will nicht!

      • Marta sagt:

        Habt Ihr schonmal umgekehrte Psychologie probiert? Ihm also den Brei verboten?

        Es wird schon noch der Tag kommen, wo er sich kulinarisch umorientiert. Ebenso wie der Tag, an dem mein Kind endlich seinen ersten Zahn bekommt 🙂

        • Diana sagt:

          Umgekehrte Psychologie noch nicht, aber wir haben uns selber mal wieder auf den Boden zurück geholt. Mal weg von „Er muss doch…“ hin zu „Schaun mer mal, probiern wa mal“. Das geht erstaunlich gut.

          • Ch Emmer sagt:

            Wer sagt schon, dass das Baby dann und dann das und das tun, essen oder können muss…?!?!?
            Der Baron weiß sicher ganz genau, wann er dann mal essen will. Solange es ihm gut geht dabei… was soll’s, nicht wahr?

          • Diana sagt:

            Ganz genau. Ich hatte mir lange Zeit Sorgen um die Gesundheit gemacht. Eisenwerte und Co. Aber der Baron weiss tatsächlich, was er braucht und wann er es braucht. In dem Buch „Kinder verstehen“ wurde eine Versuchsreihe vorgestellt. Hierbei wurden Kindern im Alter von 0-4 Jahren viele Nahrungsmittel vorgestellt und sie durften immer selber entscheiden, was sie essen wollten. So gab es Kinder, die wochenlang nur Hackbraten gegessen haben, andere nur Broccoli, wechselten danach auf ein anderes Nahrungsmittel. Nach 4 Jahren Versuchsreihe hatten alle Kinder hervorragende Blutwerte und alle waren gesund. Echt spannend!

    • Marta sagt:

      Bei uns war der Trick eine Mischung aus „bei den Erwachsenen mitessen“ (am besten von Mamas Teller) und „selber essen“ (vom Trockenbrot bis zum Löffel).
      Etwas fieser, aber auch im Grundschulalter noch effektiv: Solange der Hunger nicht groß genug ist, gibt es Wasser (& Trockenbrot). Nach einigen Minuten Hunger schmeckt dann auch JEDES Gemüse.

      • Diana sagt:

        Ersteres kommt bei uns langsam ins Rollen. Selber essen bzw. anfassen ist soooo wichtig. Dann geht auch mal „zufällig“ was in den Mund. Ohne Würgen ohne Schütteln. Erstaunlich. Und das was Mama isst, ist n Knaller, egal wie salzig oder süß es ist. 🙂

Antworte auf den Kommentar von Ch Emmer Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert