Auf Kriegsfuß mit der Autowaschanlage Teil 1

Versuchte am Wochenende mal unseren Fuhrpark in die Waschanlage bringen. Die dramatische Betonung liegt hier bei „Versuchte“. Frohen Mutes bin ich Samstagnachmittag mit Wagen Nummer 1, dem Baronomobil, zu unserer ortsansässigen Tankstelle gefahren. Der Ehemann machte mit dem Baron ein Nachmittagsschläfchen, die Sonne schien und ich nutzte diese Zeit. Auf der Tankstelle angekommen, ein langer Stau vor der Waschanlage. Natürlich! Ich stellte mich schon einmal hinten an und erstand zwei von diesen Waschanlagenkarten mit der Nummer 3. Die Tankstellenangestellte empfahl mir dabei gleich die Nummer 7, die so einen neuen Shine-Effect-Blablabla, statt schmierigen Wachs zum Schluss draufperlt. „Ja super!“, sagte ich „Nehm ich!“. Wer weiss, wann wir wieder zum Autowaschen kommen. Das letzte Mal Waschen war vor Weihnachten und mit diesem Shine-Effect-Blablabla soll der Schmutz besser „abprallen“ ;). Also zwei Mal die Nummer 7, bitte!
Ich setzte mich ins Baronomobil und zückte mein eiFon aus der Tasche. Endlich Zeit, mein derzeit Lieblingsapp (poste ich mal später was zu), zu spielen und ein paar Level weiterzukommen. Immerhin war der Ehemann schon bei Level 80. Oder war er schon durch? Egal, Zeit zu spielen.
Die Autos gingen, die Waschanlage kam näher. Juhu, endlich kam ich dran. Immernoch frohen Mutes fuhr ich in die Anlage, stellte den Wagen ordnungsgemäß ab und ging wieder raus zum Automaten, steckte die Nummer 7 hinein und wartete. Ach ja, OK drücken. Nichts passierte. Drückte noch einmal die OK- Taste. Nichts passierte. Wie sagte noch ein bekannter Maulwurf mit Sprachfehler? „Ich kann warte!“
Mmmmhf… ein recht unbefriedigendes Ergebnis für die lange Wartezeit. „Dann gib mir doch wenigsten meine Nummer 7 wieder raus, lieber Automat, und wir fangen noch mal von vorne an!“ Nö, wollte er nicht. Derweil tippte auch schon ein Wartender hinter mir parallel auf der Automatentastatur herum. Grmpf! Nicht nur, dass ich meine Nummer 7 nicht wiederbekam, nein, plötzlich fuhr das Tor herunter und das Baronomobil war gefangen. Rien ne va plus – nichts geht mehr. Ups.
Ich ging zurück zur Tangstellenfachangestellten 😉 und fragte, ob sie vielleicht kurz die Anlage auf Reset setzen könne, mein Auto wäre gefangen. Die Tankstelle voll und sie ganz allein. Keine Zeit. Öhm… ok, ich versuch dann noch ein paar Tastenkombinationen allein. Zurück bei der Waschanlage musste ich feststellen, dass die Anlage inzwischen von dem Wartenden hinter mir auf Notaus gesetzt wurde. Hui, da passierte was. Das System rödelte und zeigte den Text an „NotAus quittieren“. Wieder wildes Herumdrücken auf der Tastatur von dem Wartenden hinter mir. Von berufswegen her weiss ich aber, dass so ein Quittieren einer Anlage meist mit einer Zahlenfolge oder Tastenkombi erfolgen muss, die, wenn überhaupt :), nur die Servicetechniker kennen.
Es war aber kein Techniker vor Ort und wir konnten nur probieren. Die Anlagen in meinem Job schicken nach einigen Fehlversuchen solcher Eingaben eine Meldung an die Polizei. Dann stehen die Herren mit den grünen oder blauen Jacken ganz schnell neben dir. Hier passierte allerdings nichts. Leider!
So mutig wie ich war, steckte ich die zweite Karte Nummer 7 in den Automaten und siehe da, das Tor öffnete sich. Immerhin.
Zu diesem Zeitpunkt fingerte dann auch vogelwild die Tankstellenfachangestellte an der Anlage herum, mit wenig Erfolg. Gab mir in Windeseile schnell zwei Karten mit der Nummer 7 in die Hand und sauste zurück in die Tankstelle. War ja keiner da.
Ich schaute auf die Uhr. Eine Stunde stand ich wartender und tippenderweise vor der Waschanlage. Ich gab auf. Heute kein sauberes Auto.
Morgen versuche ich es wieder!

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