Mitgehört und verstanden

Während unseres Aufenthalts im Krankenhaus habe ich noch einmal einen großen Teil des Frischgezapften verloren. Stress, Schlafmangel und das unregelmäßige Abpumpen waren sicher die ausschlaggebenden Gründe.

Ja, der Baron bekommt immer noch Muttermich. Er ist zwischenzeitlich 14 Monate alt, hat 8 Zähne und ißt voll und ganz am Tisch mit. Aber gerade nachts lässt der Kleine nichts anderes zu als das gute Frischgezapfte. Schon vor dem Krankenhausaufenthalt mussten wir teilweise zu Alternativen greifen, weil ich die Menge an Milch, die er nachts fordert, schon lange nicht mehr liefern kann. Somit bekam er 1-2 Flaschen von dieser neuartigen „Kindermilch“. Ich halte nicht viel davon, aber es war die einzige Milch, die er mag und nachts getrunken hat.

Als wir aus dem Krankenhaus wiederkamen überdachte ich unser Flüssigkeitskonzept für den Baron. Er trank nicht nur nachts eine ganze Menge Milch, sondern auch tagsüber sehr viel Wasser. Sicher, er schwitz doll, wenn er tagsüber herumrackert und auch nachts ist er ständig schwitzig-nass. Trotzdem: meine Schätzung der Flüssigkeitszufuhr betrug ca. 2l. ZWEI LITER für den 12kg schweren Baron. Umgerechnet müsste ich 10 Liter täglich trinken!!! Auch wenn ich Sportler wäre, würde ich nicht soviel Flüssigkeit benötigen. Kann das ein Körper überhaupt verarbeiten? Kann das wirklich gut sein, für so einen kleinen Mann?

Die Wasserzufuhr ok, aber wieso die Milchschlacht des nächtens??

Wir waren kurz darauf bei unseren Kinderarzt. Neben der Schulmedizin ist er Homöopath und sonst auch sehr einfühlsam in Sachen Eltern-Kind-Beziehung. Bei ihm bekommt man nicht nur medizinischen, sondern auch erziehungstechnischen Rat. Und so sprach ich das Thema Flüssigkeitzufuhr an.

2 Liter sind definitiv zuviel!

Als er hörte, dass der Baron noch seinen lockeren Liter Milch nachts bekommt musste er uns Beiseite nehmen und einen Erziehungsrat geben. Denn nachts braucht ein kleiner Baron von 14 Monaten nichts anderes mehr als Wasser, und das auch nur, wenn es sehr warm ist. Ansonsten würde der Kleine nachts schon lange ohne Milch auskommen.

Der Ehemann und ich schluckten, denn wir wussten, was nun auf uns zukam. Den Baron davon zu überzeugen, nachts keine Milch mehr zu brauchen, geschieht ja nicht in einem Gespräch mit ihm. Es werden extrem unruhige Nächte mit Schreien, Weinen und Brüllen auf uns zukommen. Da müssen wir wohl durch!

Wir nahmen uns die Milchabstinenz gleich für die Nacht vor und stellten nur eine Flasche Wasser bereit.

Resumé: Der Baron war zwar unruhig, hat aber, anders als wir annahmen, kein großes Drama draus gemacht. Die erste Nacht lehnte er das Wasser komplett ab, meckerte ein wenig, schlief aber schnell weiter. Die darauffolgenden Nächte trank er bei Durst immer mehr von dem Wasser.

Erstaunlich, fasst schon unheimlich war, dass er nun auch tagsüber viel weniger Wasser trinkt. Er lehnt sehr häufig einfach das Wasserangebot ab (gab es damals fasst nie). Und das genau ein Tag nachdem wir das Gespräch mit dem Kinderarzt hatten und er uns sagte, dass die Menge von 1 Liter ausreichen würde. Und das trinkt er nun auch.

Der Ehemann und ich sind der Meinung, dass der Baron sehr wohl das Gespräch verstanden hat und daraufhin selbst reagiert hat.

Die Kleinen bekommen doch mehr mit, als wir glauben.

Das Frischgezapfte bekommt der Baron nun morgens beim Aufwachen und abends zum Schlafengehen. Beides wunderbare Rituale, auf die er schon wartet und sich freut.

Auch die Mama freut sich sehr, denn für mich heisst es, das erste Mal seit 14 Monaten: DURCHSCHLAFEN!! 😀

 

 

 

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