Man kann sagen was man will, über dieses sogenannte „Internet“. Also, ganz Allgemein meine ich. Sicher ist es anonym und unpersönlich. Kein direkter Kontakt, keine Mimik, keine Gestik. Kein Umarmen, kein Küssen, kein Kuscheln. Kein Händedruck, kein Lächeln, kein Geruch.
Kommunikationstechnisch sicher eine gaaaanz schwierige Geschichte, die auch gerne von Vielen auseinander genommen wird mit dem Satz „Ich telefoniere lieber mit meinen Freunden!“, „Lieber sitze ich einmal die Woche mit meinen Mädels im Café!“.
Es ist allerdings immer eine Sache der Sichtweise, ist meine Meinung.
Vor einigen Tagen habe ich ein Gratulationsschreiben meines ersten E-Mail-Providers bekommen: „Sehr geehrte Frau XY! Wir gratulieren Ihnen zu dem 12jährigen Bestehen Ihres E-Mail-Accounts!“
Wow! 12 Jahre schon? Hat mich das Internet schon so lange? Ich gehöre zu den Menschen, die das Internet mag, ja sogar sehr schätzt und stelle mir auch regelmäßig die Frage „Wie ging es ohne?“ Früher, so gaaanz früher?
Und ohne jetzt wie eine alte Frau zu klingen: Früher war auch das Internet anders. Ganz anders. Irgendwie unpersönlich, anonym und kalt. Dieses kleine Netz hat sich entwickelt, ist zu einem erwachsenen, nützlichen, warmen Ort geworden, indem man Dinge findet, die man lange suchte, Menschen findet, die man braucht und Gespräche, die der Seele guttun.
Oder hab ich mich verändert?
Ich hab fasst alle Hypes im Netz mitgemacht. Vom anfänglichen Chatten mit ca 15 Gesprächspartnern parallel laufend aus unterschiedlichen Platformen, E-Mail-Schlachten mit mehreren Mail-Accounts, kostlos SMS versenden übers Netz (waren das noch Zeiten), Kaufen und Verkaufen über Online-Auktionen, Marketplaces und Co bis zum heutigen Social Network-Hype.
Ich beteilige mich nicht an jedem Social-Network und muss nicht alle ehemaligen Schulfreunde und Nachbarn suchen. Und sicher stehe ich nicht mit allen 300 „Freunden“ in meiner „Freundeslist“ im stetigen Kontakt. Aber über die, mit denen ich in Kontakt stehe und sei es noch so ein kleines 🙂 im Monat, freue ich mich wie ein Schneekönig.
Denn dieses 🙂 ist soviel mehr als der ein oder andere zu sehen vermag. „Hey, ich hab deinen Post gelesen und find´s toll.“ „Gut, dass du es geschrieben hast. Ich denke genauso.“ „Was du schon wieder Lustiges schreibst!“. Und alles von Menschen, die man nicht jeden Tag sieht, weil sie vielleicht weit weg wohnen, viel arbeiten müssen, keine Zeit haben zum stundenlangen Telefonieren oder in der Bar herumsitzen.
In „meinem“ Social-Network treffe ich auf Freunde ganz unterschiedlicher Art, aus verschiedenen Abschnitten meines Lebens. Hier wird nicht nur ge*LOL*t, ge*zwinker*t und ge*drück*t, sondern auch zugehört, mitgelitten und geholfen. Infos ausgetauscht und sich ernst genommen.
Die ganz Sache mit eiFon und Co machts natürlich einfach bei fasst Jedem auf dem Laufenden zu sein, Kommentare abzugeben, „Gefällt mir“s zu verteilen und Links zu posten. Eben dabei zu sein, während man in einem langweiligem Meeting sitzt, im Stau auf der Autobahn, wartend vor der Umkleidekabine, vor der Autowaschanlage, am Strand, in der Badewanne oder eben beim Windelnwechseln am Wickeltisch. An Orten, die ohne dieses „Internet“ einfach unausgefüllt wären.
Dieses Internet hat mir in dieser Woche übrigens ein Carepaket nach Hause schicken lassen. Nachdem ich nämlich von Birgit erfahren habe, dass dort Fastenzeit ist und der Firmen-Schoki-Automat bis obenhin voll ist, habe ich kurz anklingen lassen, dass ich beim Leeren sehr gerne behilflich bin. Kurzum kam ein Carpaket mit lieben Grüssen ins Haus.
Ist doch alles nicht so anonym und unpersönlich!!!
@Birgit: Dein Carpaket gibt mir ja den Anlass, meine Trainer-Diplomarbeit noch um einen Punkt zu erweitern „Motivation durch Schoki“. 😉
















